Sterbehilfe?

In vielen Ländern der Erde ist die Sterbehilfe bereits zugelassen. Politiker und Medien spekulieren derzeit darüber, ob eine Sterbehilfe auch in Österreich Sinn machen würde. Was spricht denn nur für die Sterbehilfe? Welche Nachteile wären andererseits zu erwarten? Diese Fragen werden in folgender Arbeit behandelt.

Für die Sterbehilfe spricht der Umstand, dass die Betroffenen aufgrund ihrer Krankheit oft unter großen Qualen leiden und keine Lebensqualität mehr zu verzeichnen haben. Es ist nämlich nicht ersichtlich, dass es bei den Betroffenen kurz vor dem Tode zu einer Besserung kommt. Sie liegen meist nur mehr in ihrem Bett und haben keine Möglichkeit etwas anderes zu tun. Ihre Schmerzen werden nicht gelindert, sondern nur herausgezögert. Die Betroffenen sind oft schon in einem Zustand, indem sie nicht mehr sprechen und sich bewegen können. Es ist schließlich eine große Qual, großen Schmerzen unterlegen zu sein, keine Heilungschancen zu haben und trotzdem noch leben zu müssen. Liegt eine 90- jährige Frau beispielsweise schon seit Woche im Spital und kann vor Schmerzen nicht mehr reden oder etwas zu sich nehmen, dann macht man ihr keinen Gefallen damit, sie noch länger am Leben zu lassen. Natürlich kann es bei den Betroffenen zu medizinischen Wundern kommen, doch bei diesen Personen wird über eine Sterbehilfe erst gar nicht nachgedacht.

Befürworter der Sterbehilfe behaupten, dass das Leben der Angehörigen sehr stark von den betroffenen Person abhängt. Die Verwandten müssen hilflos mitzusehen, wie es einem engsten Vertrauten immer schlechter geht und können dagegen aber nichts machen. Die Angehörigen leiden genauso, weil sie Wochen, wenn sogar Monate mit einer todkranken Person verbringen, können meist gar nicht mehr mit ihr reden und wissen, dass diese bald sterben wird. Die Verwandten müssen mit dem ständigen Gedanken leben, dass die Person bald nicht mehr bei ihnen sein wird. Wird die Sterbehilfe in Anspruch genommen, so sind auch die Angehörigen von den Qualen erlöst, weil beispielsweise unglückliche Krankenhausbesuche wegfallen. Oft müssen die Verwandten auch ihr ganzes Leben umstellen, wenn die kranke Person noch am Leben ist. Liegt jemand beispielsweise schon seit einigen Wochen im Komma und seine Heilungschancen sind aussichtslos, besuchen ihn seine Eltern trotzdem und müssen wochelang Qualen erleiden. Viele Angehörige wollen nahe bei der todkranken Person sein und gegen daher ihren Beruf auf.

Ein wesentlicher Vorteil der Sterbehilfe, liegt in den Kosten, die das Hospital und Angehörige begleiten müssen und in dem Platzmangel der Krankenhäuser. Liegt ein todkranker Mensch über Wochenhinweg im Krankenhaus und seine Chancen zu überleben sind nicht gegeben, muss das Hospital während dieser Zeit anfallende Kosten, wie z.B: Infusionen, bezahlen. Dieses Geld könnte man für die Versorgung jener Menschen verwenden, die noch eine Chance haben zu überleben. Es entstehen viele Kosten, zu denen es durch die Sterbehilfe erst gar nicht kommen würde. Es wird auch viel Platz in den Krankenhäusern für die todkranken Patienten in Anspruch genommen. Es kann sehr leicht zu Platzmangel kommen, da die todkranken Personen eigene Zimmer haben. Man könnte die Plätze für Patienten verwenden, deren Heilungschancen noch gegeben sind. Ein kranker Mensch liegt beispielsweise im Krankenhaus und wird mit Medikamenten am Leben erhalten. Es fallen jedes Monat 50 Euro für die Pflege dieser Person an. Dieses Geld könnte beispielsweise in wichtige medizinische Projekte investiert werden.

Kritiker der Sterbehilfe sehen das naturgemäß anders. Sie behaupten, dass viele der betroffenen Personen die Sterbehilfe gar nicht in Anspruch nehmen wollen. Besonders Personen mit christlichem Glauben möchten an natürlichem Tode sterben, weil allein Gott soll entscheiden, wann jemand stirbt und nicht die Ärzte. Ein jeder Mensch hat das Recht solange zu leben, wie er es sich vorstellt. Einige Personen möchten nämlich, dass sie ohne jegliche sterben und sich die Angehörigen wann auch möglich um sie kümmern. Es wäre schließlich nicht richtig, dass man einem todkranken Menschen gegen seinen Wunsch das Leben nimmt. Teilt eine Person, der es gesundheitlich nicht sehr gut geht, ihren Verwandten beispielsweise mit, dass sie in den Wochen vor dem Tod noch gepflegt werden und nicht sterben will, so muss man diesen Wunsch auch respektieren.

Gegen die Sterbehilfe spricht weiters, dass es möglicherweise zu einem medizinischen Wunder kommen könnte. Die Ärzte können sich trotz Diagnosen nie sicher sein, dass sich der Zustand der Person noch verbessern werde. Es ist nicht sehr leicht einer Person die Sterbehilfe zu geben, wenn man sich vorstellt, dass noch ein medizinisches Wunder geschehen könnte. Ärzte können sich auch in ihren Diagnosen irren und daher will man den Tod der Person abwarten, eventuell auch, damit man kein schlechtes Gewissen hat, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Soll einer Person beispielsweise an einem Mittwoch die Sterbehilfe "überreicht" werden und es kommt am Tag davor zu einem medizinischen Wunder, so werden die Ärzte nicht noch einmal jemandem eine Sterbehilfe übergeben wollen. Natürlich ist die Chance, dass es zu einem medizinischen Wunder kommt sehr gering, doch kommt es nur bei einer Person zu solch einem Wunder, ist das schon ein sehr erfreuliche Nachricht, sich nicht für die Sterbehilfe entschieden zu haben.

Ein gravierender Nachteil der Sterbehilfe liegt in der Verantwortung, die ein Arzt für die Sterbehilfe übernehmen muss. Es ist für einen Mediziner sicherlich nicht sehr leicht die Entscheidung zu treffen einem Menschen das Leben zu nehmen. Es ist auch nicht sehr leicht Ärzte zu finden, die sich dazu bereit erklären oder die Sterbehilfe verabreichen. Schließlich will sich kein Arzt für den "Tod" eines Patienten verantwortlich machen. Der Arzt muss ständig den Gedanken mit sich umhertragen, eventuell die falsche Entscheidung getroffen und jemandem geholfen zu haben zu sterben. Kein Mediziner würde sich sofort dafür bereit erklären, weil Schuldgefühle die Folge sein könnten. Entschließt sich beispielsweise ein Arzt und die Verwandten dazu die Person nicht länger am Leben zu erhalten, so wird der Arzt immer die Verantwortung mit sich tragen, dass er die Apparate ausgeschalten hat.

Meiner Meinung nach wäre ein Kompromiss zwischen beiden Seiten denkbar. Es sollte nur zu einer Sterbehilfe kommen, wenn sich die betroffene Person einmal dazu entschieden hat und sich die Angehörigen und Ärzte nicht dagegen aussprechen. Nur in solch einem Falle sollte die Sterbehilfe erlaubt sein. Ich persönlich schließe mich der Argumentation der Gegner der Sterbehilfe an. Man sollte mit dem Leben von Menschen nicht in solch einer Art umgehen. Die betroffenen Personen müssen sicherlich Qualen erleiden, doch es ist nicht in Ordnung eine Person nicht mehr am Leben zu lassen, wenn sie es selbst nicht möchte oder es ihr Glauben nicht zulässt.